Der zerbrochne Krug

Stück: „Der zerbrochne Krug“ von Heinrich von Kleist
Theater: Theater für Niedersachsen
Inszenierung:
Ulrike Müller
Bühne: Ariane Salzbrunn
Kostüm: Ariane Salzbrunn
Musik: Robert Eder
Dramaturgie: Maren Simoneit
Ensemble: Lene Jäger, Linda Riebau, Manuel Klein, Martin Schwartengräber, Simone Mende, Paul Hofmann
Fotos: Clemens Heidrich
Rolle: Rubrecht

Es ist Gerichtstag im Dorf Huisum, aber um die Wahrheit geht es hier nicht im Geringsten! Das Gegenteil ist der Fall: Nie wurde Wahrheit auf der Bühne grandioser vertuscht, sich mit absurden Kapriolen herausgeredet, irrwitzig komisch, sprachlich virtuos – und menschlich abgründig. Denn Dorfrichter Adam muss über eine Tat richten, die er selbst begangen hat. Doch von vorne: Lädiert erscheint der Richter Adam zur Gerichtsverhandlung, die Nacht muss wild gewesen sein …Es ist ein Krug zerbrochen in jener Nacht, beklagt von Marthe Rull. Der Krug befand sich im Zimmer ihrer Tochter Eve, ein unerkannter Eindringling hat ihn zerstört. Unter Verdacht steht Eves Verlobter Ruprecht. Oder war es doch dessen Nebenbuhler Lebrecht? Eve, die Einzige, die die Wahrheit kennt, schweigt. Und das hat einen Grund …

Hildesheimer Allgemeine Zeitung: „Die tfn-Fassung verschiebt allerdings geschickt den Fokus weg von Richter, Gerichtsrat und Schreiber zu den jungen Menschen, die in die Mühlen eines Systems aus Sittenzwängen und Machtmissbrauch zu geraten drohen. …Daniele Veterale und Lene Jäger, Letztere seit dieser Spielzeit neu im tfn-Ensemble, schaffen es, der absurden Komödie so menschliche Anknüpfungspunkte zu geben. …Das tfn bietet eine stilsichere, unterhaltsame und kluge Adaption von „Der zerbrochene Krug“. Das Premierenpublikum unterstreicht das mit kräftigem Applaus.“ Björn Stöckemann

Weser Kurier: „Wort für Wort textgetreu und trotzdem sehr anders: Heinrich von Kleists Lustspiel „Der zerbrochne Krug“ mit dem Theater für Niedersachsen (TfN) aus Hildesheim präsentierte sich in der Stadthalle Verden frisch, scharf gezeichnet, in einer rundum stimmigen Besetzung der Rollen und mit zahllosen skurrilen Details, über deren Bedeutung es viel nachzudenken gab. In dieser höchst unterhaltsamen Aufführung kam weder der Respekt vor Kleists Dichtkunst noch der reine Theaterspaß zu kurz… Eves Verlobter Ruprecht und sein Vater Veit wurden in einer Person zusammengefasst, was sehr sinnvoll ist, weil es zu keinerlei Einbußen führt. Daniele Veterale spielt die Rolle des zu Unrecht Verklagten mit überbordender Leidenschaft, und nicht nur in seinem Part konnte man immer wieder darüber staunen, wie es den Schauspielern gelang, die anspruchsvolle Sprachmelodie der Blankverse mit derartiger Flüssigkeit und Selbstverständlichkeit zu ihrer Alltagssprache zu machen.“ Susanne Ehrlich