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Stück: „Die unnützen Mäuler“ von Simone de Beauvoir
Theater: Theater für Niedersachsen
Inszenierung: Elena Hoof
Bühne und Kostüme: Patrizia Bitterich
Dramaturgie: Maren Simoneit
Ensemble: Camila Cordero, Dafne Maria Fiedler, Frix Mertin, Gotthard Hauschild, Hannah Röth, Lene Jäger, Manuel Klein, Martin Schwartengräber, Paul Hofmann
Fotos: Tim Müller
Rolle: Georges d’Avesnes
Was wäre, wenn die Oberen einer in Kriegszeiten belagerten Stadt beschließen würden, alle »unnützen Mäuler« zu opfern, weil nur so die Stadt gerettet werden könnte? Und mit »unnützen Mäulern« wären alle Frauen, Kinder und alten Menschen gemeint! Basierend auf dieser unfassbaren Ausgangssituation, die beim heutigen Weltgeschehen leider gar nicht mal abwegig erscheint, schrieb Simone de Beauvoir ihr erstes und einziges Theaterstück. Über die dem Stück zugrundeliegende Idee äußerte sie sich selbst: »Rechtfertigt der Zweck in jedem Falle die Mittel? Darf man, um einen begonnenen Kampf zum Siege zu führen, die Beweggründe opfern, welche erst diesem Kampf seinen Sinn geben?« Wäre ein um diesen schlimmen Preis erkaufter Sieg nicht die größte aller Niederlagen, denn »in einer wahren Gemeinschaft gibt es keine unnützen Esser«? Andererseits gilt: »Der Zweck heiligt die Mittel« ..
Hildesheimer Allgemeine Zeitung:„Das tfn-Team um Regisseurin Elena Hoof bringt das Theaterstück stilsicher und unterhaltsam auf die Bühne… Hoof inszeniert das auf der Drehbühne des tfn gekonnt. Sie nutzt wenige Requisiten und schafft trotzdem eine lebendige Stadt mit bedrückender Atmosphäre aus einem Haufen Ziegelsteinen, vor allem aber durch Geräuschkulisse, Lichtsetzung und Projektion. Es ist mutig, so auf Andeutungen und Assoziationen zu setzen. Denn das lässt Möglichkeiten zum Missverstehen und Unklarheiten. Andererseits kann die Inszenierung so auch Gewalt und Vergewaltigung zeigen, ohne allzu explizit zu geraten… Es fällt schwer, einzelne Darstellende hervorzuheben. Das Ensemble macht durchweg einen überzeugenden Job… Vor allem ist „Die unnützen Mäuler“ ein Stück, das gerade in ein Theaterprogramm gehört. Denn es lädt zum Nachdenken und Diskutieren ein.«“ Björn Stöckemann
Deutsche Bühne: „…Hoof stellt de Beauvoirs Text auf solide Füße, lässt ihm den Raum, den er in seiner Komplexität braucht… Louis‘ Sohn George (schön ekelhaft interpretiert von Daniele Veterale) – ist machthungrig und gewalttätig… Möglicherweise liefern Hoof und das Theater für Niedersachsen hier tatsächlich den Startschuss für eine Wiederentdeckung des Textes. Nötig wäre es...“ Jan Fischer