Stück: „Ewig Jung“ von Erik Gedeon Theater: Theater für Niedersachsen Inszenierung: Oliver Graf Bühne: Oliver Graf Kostüm: Jil Josefin von der Oelsnitz Musikalische Leitung: Stefan Wurz Dramaturgie: Maren Simoneit Ensemble: Camila Cordero, Lene Jäger, Manuel Klein, Martin Schwartengräber, Simone Mende Fotos: Clemens Heidrich Rolle: Herr Blau
Wir schreiben das Jahr 2070. Die Kulissen im Theater stehen noch, aber der Theaterbetrieb wurde eingestellt. Das Schauspielensemble nutzt die Räumlichkeiten jetzt als Altersresidenz. Die hochbetagten Schauspieler_innen sind gemeinsam alt geworden, kennen ihre Macken und Marotten und schwelgen in vergangenen Sternstunden ihres glorreichen Bühnenlebens. Waren sie doch einst Shakespeares Julia Capulet und Tschechows Möwe. Einzig Schwester Camila stört das Idyll, wenn sie ihre Schützlinge mit Kinderliedern zum Mitklatschen malträtiert. Mit ihren Vorträgen über Krankheit und Sterben verdirbt sie den »Old Stars« die Stimmung. Verlässt sie aber den Raum, erwacht sie wieder, die Lebensgier. Da wird gefl irtet, getanzt und vor allem gesungen. Mit einem Sack voller unsterblicher Hits im Gepäck, von »I Love Rock ’n’ Roll« über Maffays »So bist Du« bis hin zu »Born to be wild«, lassen es die Bühnenstars a. D. musikalisch krachen, während sie den Aufstand gegen die Vergänglichkeit proben.
Hildesheimer Allgemeine Zeitung: „Es lässt sich ja nicht schönreden: „Ewig jung“ ist platt, vulgär, piefig und kitschig. …Aber bei aller Häme: Alle Beteiligten machen das unter Regie von Intendant Oliver Graf wahnsinnig gut. Mende, Schwartengräber, Veterale, Klein und Jäger, die alle fiktionalisierte Alter Egos spielen, grunzen und fluchen und grabschen und stöhnen mit einer Hingabe und ohne Hemmungen, dass es halt irgendwie doch eine Freude ist. …Jil-Josèfin von der Oelsnitz hat das Ensemble in passend überzeichnete Kostüme gesteckt – das strähnige Haar, der Schmierbauch, Feinripp und Cordhose lassen Veterale schon beim Ansehen müffeln“ Björn Stöckemann